Herkunft der Bengal-Katze

Die Bengal Cat ist das Ergebnis der Kreuzung der im deutschsprachigen Raum als Bengalkatze (felis bengalensis) bekannten Wildkatze mit Haus- bzw. Rassekatzen. Im englischsprachigen Raum wird die schöne getupfte Wilde, die für diese Rasse Pate stand, als Asian Leopard Cat bezeichnet und oft mit ALC abgekürzt.

Die wilde Bengal-Katze ist eine gefleckte Kleinkatze, deren Lebensraum vom Süden Indonesiens bis zum Himalaya reicht. Aus Gründen der Art-Erhaltung werden Bengal-Katzen schon seit einiger Zeit nachgezüchtet. Obwohl diese Nachzuchten schon einige Generationen von ihren im Dschungel lebenden Vorfahren entfernt sind zeigen sie keinerlei Anzeichen von Domestikation.
 
 

Zuchtziel war, eine Katze mit dem sanften verträglichen Wesen einer Hauskatze und dem wilden exotischen Aussehen einer Wildkatze - eben ein echter Wohnzimmerleopard.

Bereits in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kreuzte Jean Mill (promovierte Genetikerin), die damals noch den Namen Jean Sudgen trug, erfolgreich eine felis bengalensis mit einem "normalen" Hauskater. Im Jahre 1963 erwarb sie eine weibliche Felis Bengalensis, die damals noch frei verkäuflich waren und verpaarte sie mit ihrer schwarzen Hauskatze. Diese Verpaarung gilt offiziell als die erste geplante Kreuzung zwischen Wildkatze und Hauskatze. Sie behielt ein getupftes Mädchen aus dieser Verpaarung und kreuzte dieses auf ihren Vater zurück. Aus dieser Deckung erhielt sie einige schön gezeichnete Kitten, gab jedoch das Zuchtprogramm aus privaten Gründen wieder auf. Als in den 70er Jahren an der Universität von Kalifornien ein Genetikprogramm mit Asian Leopard Cats gestartet wurde, erhielt Jean Mill von Dr. Canterwill mehrere getupfte Weibchen aus dieser Studie.

 

F2-Kitten


Die Verpaarung von Wild- und Hauskatzen ging leider nicht so problemlos von statten. Obwohl beide über jeweils 38 Chromosomen verfügen befinden sich die Wildkatzen - Chromosomen in einer artfremden Umgebung. Dies hat zur folge, dass die ersten Hybriden aus der F1 Generation - Felis bengalensis x Hauskatze steril sind man konnte also nur mit den Weibchen weiterzüchten.
 

Erst in der zweiten und dritten Generation also F1 + F2 treten Kater auf, die auch die gewünschten Charaktereigenschaften aufweisen. Der umgängliche und anhängliche Charakter kann wiederum nur bewahrt werden, wenn Rückkreuzungen weitgehend vermieden werden. Die Züchter suchten nach Ausweichrassen, um Gesundheit und Widerstandskraft der Bengalen, mit der es zu der Zeit nicht zum besten stand und kamen so auf die Egyptian Mau. Der Körperbau und die natürliche Felläpfelung auch die robuste Gesundheit und Widerstandskraft der Agyptian Mau waren überzeugend.

Einige weitere Bengal-Katzenzüchter bauten neue Blutlinien mit eigenen nicht verwandten ALC (Asian Leopard Cats) auf. So hat sich eine sehr breite Linienbasis ergeben, die es ermöglicht, enge Inzucht zu vermeiden und ebenfalls die Möglichkeit eröffnet, dass nicht jeder Züchter, der gerne mit der Bengal-Zucht beginnen möchte, erst wieder mühevoll den Weg über die ersten Generationen gehen muss. Eine gewisse Linienzucht hat sich aber über die Jahre bewährt, um die erwünschten Merkmale zu festigen. Die F1-Generationen der Bengal sind spätestens nach Eintritt der Geschlechtsreife keine Schmusekatzen mehr und gehören in die Hände von Spezialisten. Oft haben diese auch noch die für den Menschen nicht besonders angenehme Eigenschaft, wie die Katzentoilette nicht anzunehmen. Die F1- und F2-Kater sind definitiv steril, in der F4-Generation (6.25% ALC Blut) findet man hin und wieder einen fruchtbaren Kater.

Seit dem Jahr 1983 können die Bengal Cats (diesen Namen erhielt die Rasse von der TICA) in den USA bei der The International Cat Association registriert werden. 1985 war es dann soweit und die Bengal Cat wurde einem großen Publikum auf einer TICA-Show vorgestellt.

 

 
 

 

 
 
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